Was ist eine Fastenkrise?
Der Begriff „Fastenkrise“ klingt dramatischer, als er ist. In Wahrheit beschreibt er eine völlig normale Reaktion deines Körpers auf die Umstellung vom Ess- in den Fastenmodus.
Typische Symptome einer Fastenkrise können sein:
- Kopfschmerzen
- Kreislaufschwäche oder Schwindel
- Müdigkeit oder Antriebslosigkeit
- Frieren oder Kältegefühl
- Muskelschmerzen oder leichte Gliederschmerzen
- Unruhe oder leichte Reizbarkeit
Besonders häufig tritt die Fastenkrise in den ersten 4 Tagen der Fastenkur auf. Danach hat sich dein Körper meist umgestellt und du wirst dich leichter, klarer und energiegeladener fühlen.
Warum passiert das?
Vielleicht fragst du dich: „Wenn Fasten so gesund ist, warum fühlt es sich dann manchmal so schlecht an?“ Die Antwort liegt in den tiefgreifenden Veränderungen, die dein Körper während des Fastens durchläuft.
Hier sind die drei Hauptgründe, warum eine Fastenkrise auftritt:
1. Stoffwechselumstellung – Dein Körper lernt, Energie aus Fettabbauprodukten zu nutzen
Normalerweise gewinnt dein Körper Energie aus den Kohlenhydraten, die du täglich isst. Doch beim Fasten bleibt diese Energiequelle aus – dein Körper muss also umschalten und sich anpassen.
In den ersten Fastentagen leert er zunächst die Glykogenspeicher in Leber und Muskeln. Sobald diese aufgebraucht sind, beginnt er verstärkt, Fett zur Energiegewinnung zu nutzen. Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper, die dein Körper als alternative Energiequelle verwendet – insbesondere dein Gehirn, das normalerweise auf Glukose angewiesen ist.
Während dieser Umstellung kann es zu Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindel kommen, weil dein Gehirn sich erst an die neue Energiequelle gewöhnen muss. Doch sobald der Körper den Fettstoffwechsel effizient nutzt, fühlen sich viele Menschen beim Fasten klarer, wacher und energiegeladener als zuvor.
2. Entgiftung und Autophagie – Dein Körper räumt auf
Während des Fastens aktiviert dein Körper die Autophagie, ein körpereigenes Recyclingprogramm, bei dem alte und beschädigte Zellbestandteile abgebaut und wiederverwertet werden. Gleichzeitig werden eingelagerte Stoffwechselrückstände und Giftstoffe mobilisiert, um ausgeschieden zu werden.
Diese Prozesse sind enorm wertvoll für deine Gesundheit – können aber vorübergehend Beschwerden wie leichte Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Hautunreinheiten oder unangenehmen Mund- und Körpergeruch verursachen. Das ist kein Zeichen, dass etwas falsch läuft – im Gegenteil, dein Körper beginnt gerade, sich selbst zu reinigen!
3. Hormonelle Veränderungen – Dein Körper reguliert sich neu
Beim Fasten verändern sich auch deine Hormonspiegel. Der Blutzuckerspiegel sinkt, der Insulinspiegel fällt ab, während das Fastenhormon Glucagon steigt. Gleichzeitig werden vermehrt Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, um die Umstellung auf den Fastenmodus zu unterstützen.
Diese hormonellen Schwankungen können anfangs dazu führen, dass du dich etwas unruhig oder gereizt fühlst. Manche Menschen schlafen in den ersten Fastennächten schlechter oder sind emotional empfindlicher als sonst – das ist völlig normal und pendelt sich meist nach ein paar Tagen ein.
Die gute Nachricht:
Dein Körper ist ein Meister der Anpassung. Die Fastenkrise ist meist nur eine kurze Übergangsphase, nach der du mit neuer Energie, geistiger Klarheit und einem frischen Körpergefühl belohnt wirst.
Wie lange dauert eine Fastenkrise?
Fasten ist eine tiefgreifende Veränderung für den Körper – und jede Umstellung braucht ihre Zeit. Die Beschwerden einer Fastenkrise sind meist nur vorübergehend, doch ihre Dauer kann individuell unterschiedlich sein. Faktoren wie dein Stoffwechsel, deine Ernährung vor dem Fasten und dein allgemeiner Gesundheitszustand spielen dabei eine Rolle.
Typischerweise verläuft die Anpassung in drei Phasen:
Phase 1: Tag 1 bis 2 – Der Körper merkt, dass nichts kommt
Viele Menschen fühlen sich am ersten Fastentag noch relativ normal. Doch mit sinkendem Blutzuckerspiegel kann sich bereits ein leichtes Hungergefühl bemerkbar machen. Auch der Kreislauf kann empfindlicher reagieren, insbesondere wenn zusätzlich eine Darmreinigung mit einem salinischen Abführmittel durchgeführt wurde.
Phase 2: Tag 3 bis 4 – Die Fastenkrise erreicht ihren Höhepunkt
Jetzt hat der Körper die letzten Glykogenreserven geleert und stellt auf Ketose um. Das ist oft die Phase, in der Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel oder leichte Reizbarkeit auftreten. Dein Körper arbeitet auf Hochtouren, um sich an die neue Energiequelle aus Fettabbauprodukten anzupassen.
Typische Symptome in dieser Phase:
- Kopfschmerzen durch Zuckerentzug (besonders, wenn du vorher viele raffinierte Kohlenhydrate, wie Produkte mit Zucker und Auszugsmehlen, gegessen hast)
- Kreislaufprobleme durch sinkenden Blutdruck
- Müdigkeit oder Frieren, weil der Körper Energie spart
- Unruhe oder schlechter Schlaf durch hormonelle Anpassungen
Phase 3: Ab Tag 4 oder 5 – Der Körper ist im Fastenmodus angekommen
Ab Tag 4 – selten auch erst ab Tag 5 – hat sich dein Körper vollständig an die Ketose gewöhnt, und viele Fastende berichten von klarerem Denken, mehr Energie und einem Gefühl von Leichtigkeit. Die vorherigen Beschwerden klingen ab – und du kannst die positiven Effekte des Fastens in vollem Umfang genießen.
Wie schnell sich der Körper umstellt, ist individuell:
- Wer sich vor dem Fasten schon zuckerarm und vitalstoffreich ernährt hat, erlebt oft eine sanftere Umstellung.
- Wer vorher viele raffinierte Kohlenhydrate (Produkte mit Fabrikzucker und Auszugsmehlen) und Fertigprodukte gegessen hat, kann eine stärkere Reaktion spüren.
Die Anpassungsphase geht vorüber – und danach beginnt das eigentliche Fastenerlebnis.
Was hilft bei einer Fastenkrise?
Auch wenn die Fastenkrise ein Zeichen für die Anpassung deines Körpers ist, muss sie nicht unangenehmer sein als nötig. Es gibt einige einfache, aber wirkungsvolle Methoden, um Beschwerden zu lindern und dich während dieser Phase wohler zu fühlen.
1. Viel trinken – aber das Richtige
Flüssigkeit unterstützt den Körper dabei, Stoffwechselrückstände und Giftstoffe auszuleiten. Besonders hilfreich sind:
- Wasser – am besten still und in kleinen Schlucken über den Tag verteilt
- Kräutertees – z. B. mit Fenchel, Anis oder Pfefferminze (zur Beruhigung des Magens) oder einfach nach Geschmack
- Warme Gemüsebrühe – liefert Elektrolyte und kann Kreislaufproblemen vorbeugen
- 200 ml Gemüse- oder Obstsäfte – am besten frisch gepresst und nur 1x täglich – liefert Elektrolyte und andere Vitalstoffe und erleichtert durch den natürlichen Zuckergehalt den Übergang in den Fastenstoffwechsel
2. Wärme tut gut
Viele Fastende frieren in den ersten Tagen – das ist völlig normal, weil der Körper Energie spart. Wärme hilft, dieses Frösteln angenehmer zu machen:
- Kuschelige Kleidung und Socken tragen
- Wärmflasche oder eine warme Decke nutzen
- Ein warmes Bad oder eine warme Dusche nehmen
- Wechselduschen – regen die Durchblutung an und fördern ein Wärmegefühl
3. Sanfte Bewegung bringt Kreislauf und Stimmung in Schwung
Bewegung hilft, Kopfschmerzen zu lindern, den Kreislauf zu stabilisieren und den Stoffwechsel zu aktivieren. Dabei geht es nicht um Sport, sondern um sanfte Aktivität:
- Spazierengehen an der frischen Luft – ideal für Sauerstoff und Kreislauf
- Leichte Dehnübungen oder Yoga – lockern Muskeln und entspannen
- Massagen – regen die Durchblutung an und fördern den Abbau von Stoffwechselendprodukten
4. Ausreichend Ruhe – Dein Körper braucht Energie für die Umstellung
Fasten ist auch eine Zeit der Entschleunigung. Dein Körper arbeitet intensiv an der Umstellung – gib ihm die Pausen, die er braucht:
- Ausreichend schlafen – der Körper regeneriert im Schlaf besonders gut
- Mittags eine kurze Ruhepause einlegen – wenn möglich, ein kleines Nickerchen machen (gerne mit Leberwickel)
- Stress vermeiden – ruhige Tage einplanen, vor allem in den ersten Fastentagen
5. Den Körper mit weiteren fastenbegleitenden Anwendungen unterstützen
Manche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Hungergefühle lassen sich durch kleine Anpassungen lindern, ohne dass du das Fasten abbrechen musst:
- Ein Glas Wasser mit etwas Zitronensaft (frisch gepresst) – kann den Kreislauf sanft anregen
- Ein paar Schlucke Gemüsebrühe – versorgt dich mit Mineralstoffen und wärmt, ohne den Fastenprozess zu stören
- Massage oder Trockenbürsten – fördert die Durchblutung und hilft bei Abgeschlagenheit
- Darmreinigung (Darmbad mit Irrigator) mindestens jeden 2. Tag – unterstützt die Ausscheidung und kann Kopfschmerzen oder Unwohlsein deutlich lindern und vorbeugen
- Täglicher Leberwickel – entspannt, regt die Durchblutung der Leber an und fördert die Entgiftung
Die Fastenkrise ist nur eine Übergangsphase – mit diesen Tipps kannst du sie gut meistern und dein Fasten weiterhin in vollen Zügen geniessen.
Wann ist ein Fastenabbruch sinnvoll?
Fasten ist ein natürlicher Prozess, den dein Körper gut meistern kann. Eine typische Fastenkrise ist kein Grund zur Sorge – sie ist ein Zeichen, dass dein Körper sich umstellt. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du Beschwerden lindern und dein Fasten fortsetzen.
Es gibt jedoch einige seltene Fälle, in denen es sinnvoll sein kann, das Fasten zu unterbrechen oder abzubrechen. Das betrifft vor allem Situationen, in denen der Körper überfordert ist oder ernsthafte Warnsignale sendet.
1. Starke und anhaltende Kreislaufprobleme
in leichter Schwindel oder niedriger Blutdruck sind während des Fastens normal, vor allem morgens, insbesondere beim schnellen Aufstehen. Wenn jedoch folgende Symptome auftreten, solltest du das Fasten überdenken:
- Starker Schwindel oder Ohnmachtsgefühle
- Herzrasen oder auffällige Herzrhythmusstörungen
- Blutdruckabfall mit starkem Zittern oder Schwächegefühl
Maßnahme: Setze dich hin, trinke Wasser oder Gemüsebrühe und gönne dir eine Pause. Falls die Beschwerden anhalten, solltest du das Fasten abbrechen und ärztlichen Rat einholen. Bei der Einnahme von Blutdrucksenkern, sollten diese nach Rücksprache mit dem Arzt während des Fastens weggelassen oder in ihrer Dosis angepasst werden.
2. Starke Übelkeit oder anhaltendes Erbrechen
Magen-Darm-Beschwerden wie leichter Druck, Blähungen oder leichte Übelkeit sind beim Fasten nicht ungewöhnlich. Bei empfindlichen Menschen kann es in den ersten Tagen auch mal zu Erbrechen kommen. Doch wenn du unter anhaltender Übelkeit oder wiederholtem Erbrechen leidest, kann das zu einem Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel führen.
Maßnahme: Ein Leberwickel, eine Darmreinigung oder die Einnahme von säure- und giftbindender Heilerde kann Erleichterung bringen. Falls die Beschwerden trotzdem bleiben und zu einem negativen Fastenerlebnis führen, kann ein Fastenabbruch sinnvoll sein.
3. Anhaltende starke Schwäche oder unerklärliche Unruhe
Ein gewisses Maß an Müdigkeit und eine verminderte Leistungsfähigkeit, insbesondere beim Treppensteigen, Radfahren oder Ausdauer- und Kraftsportarten, in den ersten Fastentagen ist normal. Doch wenn du dich trotz ausreichend Flüssigkeit und einem Wechsel zwischen sanfter Bewegung und Ruhe extrem schwach fühlst oder anhaltend unruhig bist, solltest du auf deinen Körper hören.
Maßnahme: Mehr sanfte Bewegung im Wechsel mit Ruhephasen einplanen, etwas Honig, Gemüsebrühe oder eine Extraportion Fastensaft einnehmen.
Falls sich dein Zustand nicht bessert, sollte das Fastenbrechen in Betracht gezogen werden.
4. Anhaltende Kopfschmerzen trotz ausreichender Flüssigkeit und Entlastung
Kopfschmerzen sind in der Umstellungsphase häufig, besonders wenn du vorher viel Kaffee oder Zucker konsumiert hast. Wenn sie trotz guter Flüssigkeitszufuhr, Darmreinigung und Ruhe anhalten, kann das ein Zeichen sein, dass dein Körper überfordert ist.
Maßnahme: Darmreinigung wiederholen, sanfte Bewegung an der frischen Luft oder eine leichte Kopfmassage ausprobieren. Falls die Beschwerden über Tage hinweg so stark bleiben, dass sie das Fasten zur Qual machen, kann ein Fastenabbruch die bessere Wahl sein.
5. Psychische Überforderung oder starke emotionale Reaktionen
Fasten kann nicht nur körperlich, sondern auch emotional herausfordernd sein. Wenn du merkst, dass du unter anhaltenden Stimmungsschwankungen, Angstgefühlen oder Schlafstörungen leidest, ist es wichtig, gut für dich zu sorgen.
Maßnahme: Bewusst entspannen, meditieren, in die Natur gehen oder mit einer vertrauten Person sprechen. Falls das Gefühl der Überforderung anhält, kann ein sanftes Fastenbrechen sinnvoll sein.
Fasten bewusst beenden – wenn es nötig ist
Falls du dein Fasten abbrechen musst, ist es wichtig, sanft aus dem Fasten auszusteigen – am besten mit leicht verdaulichen Lebensmitteln wie einem Apfel oder einer dünnen Gemüsesuppe. Dein Körper hat sich nach 2 kompletten Tagen Nahrungsenthaltung auf den Fastenmodus eingestellt und sollte behutsam wieder an feste Nahrung gewöhnt werden. Auch, wenn das Fasten vorzeitig beendet werden muss, sollten 3 Aufbautage eingehalten werden.
In den meisten Fällen ist eine Fastenkrise aber nur eine vorübergehende Phase – und nach ein paar Tagen wirst du mit neuer Energie belohnt.
Fazit – Vertrauen in den Körper stärken
Die Fastenkrise ist kein Zeichen dafür, dass etwas schiefläuft – im Gegenteil. Sie zeigt, dass dein Körper auf Hochtouren arbeitet, sich anpasst und mit der inneren Reinigung beginnt. Auch wenn die ersten Tage herausfordernd sein können, zahlt sich das Durchhalten aus: Mehr Energie, geistige Klarheit und ein tiefes Gefühl der Leichtigkeit erwarten dich.
Statt den Körper von außen zu steuern, ist Fasten eine Gelegenheit, ihm wieder zu vertrauen. Dein Körper weiß, was er tut – er braucht nur Zeit, um in den Fastenmodus zu wechseln. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du ihn dabei unterstützen und die Übergangsphase so angenehm wie möglich gestalten.
Fasten ist eine wunderbare Erfahrung – und die ersten Tage sind nur das Tor zu mehr Klarheit, neuer Energie und einem tiefen Vertrauen in deinen Körper.
Ich wünsche dir eine kraftvolle und bereichernde Fastenzeit!

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